Kämpferischer 01. Mai in Worms
Unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“ hat der Wormser DGB-Stadtverband zur diesjährigen Maikundgebung auf den Marktplatz eingeladen. Wir haben uns mit einem Infostand und einer kämpferischen Rede unserer Genossin Cara Horsch beteiligt. Besonders gefreut haben wir uns über die Hauptrede unseres ehemaligen Landesvorsitzenden Dave Koch. Dave hat deutlich gemacht, dass wir nicht nur Verschlechterungen abwehren, sondern weitere Verbesserungen erkämpfen müssen. Er forderte den 6-Stunden-Tag und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall von zwölf Wochen. Daves Botschaft war deutlich: Mehr Zeit zum Leben statt Profit!
Am Ende der Veranstaltung wurde die Internationale gesungen. Vom Linken-Stand aus haben wir den Marktplatz mit unseren Rotfront-Rufen belebt und zum Schluss „Hoch die internationale Solidarität!" angestimmt.
Die Rede unserer Genossin Cara:
Der 1. Mai ist kein gewöhnlicher Feiertag, er ist ein Kampftag. In einer Zeit, in der Arbeitsverhältnisse durch Befristungen und prekäre Beschäftigung zunehmend ausgehöhlt werden, stehen der Sozialstaat, die Rente und selbst der bewährte Achtstundentag unter massivem Druck. Gleichzeitig erleben wir, wie die Demonstrationsfreiheit und das Streikrecht schleichend eingeschränkt werden.
Dabei dürfen wir nicht vergessen: Alles, was für Arbeitnehmer heute zum Alltag gehört – vom freien Wochenende über den bezahlten Urlaub und den Mindestlohn bis hin zur 40-Stunden-Woche, dem Kündigungsschutz und der Arbeitslosenversicherung – wurde hart erkämpft.
Was uns heute selbstverständlich erscheint, galt einst als radikal und wurde von links gegen erbitterte Widerstände durchgesetzt.
Genau deshalb machen konservative und rechte Kräfte linke Politik heute wieder zum Feindbild. Wer für Fortschritt kämpft, soll als gefährlich oder übertrieben gelten. Das ist kein Zufall! Denn wer vom Status Quo profitiert, besitzt kein Interesse an Veränderung. Da viele dieser historischen Errungenschaften heute erneut in Gefahr sind, müssen sie gegen dieselben Kräfte verteidigt werden, die dem Fortschritt schon damals im Weg standen.
Der 1. Mai erinnert uns eindringlich daran, dass soziale Rechte nicht vom Himmel fallen und uns nichts geschenkt wird. Nichts von dem, was wir erreicht haben, bleibt bestehen, wenn wir es nicht aktiv verteidigen. Fortschritt passiert nicht von allein; er entsteht nur dann, wenn Menschen ihn konsequent durchsetzen. Deshalb ist es entscheidend, sich zu organisieren: Geht auf die Straße, tretet einer Gewerkschaft oder den Linken bei. Hauptsache ihr engagiert euch!

